Matthias Koeppel & SOOKI

Doppelter Blick

Matthias Koeppel, Abriss des DDR-Außenministeriums  SOOKI, Abriss des DDR-Außenministeriums, 50 x 70 cm, Öl/ Lwd., 1995

Ob wir Konkurrenten seien, werden wir immer wieder gefragt, wenn es um die Einordnung des malenden Ehepaares Koeppel geht. Nein, - warum denn Konkurenz? Jeder malt so gut er kann, und wenn es bei einem mal hapert, so kann der andere unter Umständen Hilfestellung leisten. Das gilt in erster Linie für die maltechnische Durchführung eines Bildes. Was die Ideenfindung betrifft wird die Sache schon diffiziler. Das gemeinsame Bearbeiten eines Themas hat meist praktische Ursachen: Es ist schönes Wetter, zum Beispiel im Mai, die Rapsfelder blühen: Feldstaffeleien in den Kofferraum packen und autowandernd einen günstigen Standort vorm Motiv finden. Von diesem Zeitpunkt an ist jeder ganz sich selbst überlassen. Unterschiedliche Akzente werden gesetzt. Wie bringt man das Rapsfeld zum Leuchten? Einer malt es als Kontrast zum dunklen Erdreich, der andere setzt das große Gelb gegen einen Gewitterhimmel ab. Einer wählt den weiten Panoramablick, der andere zieht den Ausschnitt mit Details ganz nah heran. Der doppelte Blick auf ein Motiv bedeutet also keineswegs, dass dabei auch zwei gleichartige Bilder entstehen. Also Ergänzung statt Konkurenz. Man wird das in unserer großen Ausstellung vom 12. 6. - 4. 9. 2011 in der Spandauer Zitadelle genauer überprüfen können. Und wie ist das beim Verkauf? Geht alles in einen Topf, - geteilte Freude, doppelte Freude, und auch doppeltes Leid, denn jedes verkaufte Werk reißt man sich schließlich aus dem Herzen.

Unser Vorhaben, das Jüngste Gesicht zu malen, haben wir jahrelang diskutierend vor uns hergeschoben und haben dabei so unterschiedliche Standpunkte entwickelt, dass die nunmehr fertigen Bilder, außer mit dem Titel, kaum noch etwas miteinander zu tun haben, und so malt denn jeder von uns auch Bilder, die ohne das Pendant des Partners auskommen. Realistischer Darstellungsweise sind wir beide in gleichen Maße verpflichtet, jeder mit seiner persönlichen Handschrift, so dass man das "doppelt Erblickte" immer deutlich von einander unterscheiden kann.

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